Fugitive Motel
Live aus den Pandemonium Söhlde

Jul
31

Und ich bin diesem Ruf anlässlich eines grundlosen Anlasses gefolgt… Ein paar Impressionen von ganz vielen mehr… aber das pack ich lieber nicht alles in einen Text… Weiß ja was für’n lesefaules Pack ihr seit (no offense)

Es sind immer die wirklich großen Momente eines Trips, wenn man abgekämpft und druchgescheuert mit letzter Kraft den Schlüssel im Schloß der Hotelzimmertür herumdreht, die Tür aufruckelt und einen vollbärtigen Mann auf dem Boden zwischen Discoschick und Comictick hocken sieht, der mit einem Fön das versüffte Schlafgemach trockenblässt. Da weiß man dann, dass auch die größte Metropole nur ein Dorf ist und der Wahnsinn über einen Universalschlüssel verfügt und gar nicht daran denkt an die Türe zu klopfen. Er platzt herein, setzt sich einem auf den Schuß, durschwuschelt einem die nassen Haare und steht erst nach Strunden wieder von wundgesessenen Oberschenkeln auf.
Das ist also London. Der Blues der Metropole,  Hauptstadt des UK, Brutstätte der Inselaffen und von großen Trends, Tradition und Kalkulation. All das und der Mief mickriger Hotels, in denen schauriges Marmeladentoast zum Frühstück aufgetischt wird. Es hatte mich wieder, Baby – ich war wieder da, mitten drin in der Suppe, das Wasser bis zum Hals und grade mal wieder flüssig. Die Suppe, sie kam vom Himmel und stürzte alles in ein blubberndes Chaos. Überschwemmte U-Bahnstationen und davonschwimmende Stadtpläne. Die Frisur sitzt schon längst nicht mehr und die nächste Müllbotregate im ehrwürdeigen Hyde Park muss abgesagt wegen. Mehr Regen in ein paar Stunden als sonst in zwei Monaten. Mehr Leben in mir als in den letzten zwei Jahren.
London steht da allerdings altehrwürdig und ein bisschen arrogant drüber. Einer Weltstadt kann kein Terrorist und kein erzürnter Gott was. Da kann ein wirklich, wirklich angepisster Zeus noch so viele Blitze schmeißen. London trägt die schnoddernde Nase weit über den Pfützen, zeigt ihnen die kalte Schulter und steigt  auf die Central Line um. Der einzige Gott, an den es dieser Tage glaubt kommt sowieso aus Hogwarts. Harry Potter Nummer Sieben erscheint dieser Tage und verkleidete Fans säumten die Gassen in schwarzer Zauberkluft und schon einen Tag später hatten ihn alle in der Hand in den Bussen und Bahnen, alle Altersklassen und Geschlechter unisono an den selben Fetzen Literatur geklammert. „Macht doch.“, möchte man ihnen zurufen, lässt das unwirsche Gepöbel aber, denn ein schlechter Gast mit dreckigen Schuhen und rüden Worten möchte man ja nicht sein, wo alle hier so nette Gastgeber sind. Da heißt es mit dem Strom schiwmmen und gute Miene machen zu diesem Spiel, was man eigentlich so gar nicht beherrscht . Bitte, Danke, Tschuldigung, Gern Geschehen, Schönen Tag noch, Kumpel und Lächeln, Lächeln, Lächeln, denn du bist im Fernsehen.
Ja, Fernsehen in England, da haben wir das nächste Thema durch das wir im Schweinsgalopp hoppeln auf diesem Kulturendurchmarsch in Druckbuchstaben durch die einzig wahre Monarchie.
Als kritischer Kulturbeschauer und Kenner der heimischen Stußkanäle könnte man ja leicht zu der Erkenntniss gelangen, dass das Niveau, was einen dank Dolby Sorround Sound von allen Seiten beschallt nicht gerade das Höchste sein kann und man könnte sogar zu dem Entschluss kommen verärgert die Dönerchipstüte zur Seite zu stellen, den Fernseher auszuschalten (und zwar  nicht nur auf Stand-By) und mit grimmiger Miene einen langen Waldspaziergang zu machen. Daran ist nichts auszusetzen, aber sollte ich in meiner Funktion als General Großkotz doch so frei sein anzumerken, dass es anderswo gar noch absurder zur Sache geht. Im britischen Fernsehen ging es neulich beispielsweise um einen ganz furchtbaren Kerl, der sein Haus in mühsamer Unachtsamkeit in eine Müllhalde von beachtlichter Größe transformiert hatte, die nun von Fliegen und sonstigem Ungeziefer als Terroristenausbildungscamp und Besamungsstation benutz wurde. Aus nachvollziehbarem Grund wurde der gute Mann daher von Frau und Kindern verlassen. Zurück blieben nur die Fliegen, die ihn Tag und Nacht umkreisten, wie Planeten die Sonne. Eines Tages kam jedoch Hilfe in Form zwei Fernsehfregatten, die alle Fliegen wegstaubsaugten, den Müll rausbrachten, den Abwasch machten und die zerkleinerten Leichenteile des Gerichtsvollziehers und des Vermierters aus dem Wandschrank hieften. Bald schon war alles blitzeblank und statt Müllbergen gab’s jetzt Aquarien voller exotischer Zierfische, Perserteppiche, Ikearegale ausgefüllt mit Porzelansoldaten und ein Wasserbett in der Wohnung. Komplettrenovierung, Mate!
Der Schmutzfink war natürlich begeistert und ging in frisch gebügelten Gewändern und in einer Duftwolke aus Cologne mit einem Vorher-Nachher-Video in einer Plastiktüte sofort zu seiner Verflossenen und zeigte die neue schicke Wohnung in ihrem ganzen Glanz vor. Frau und Kinder waren begeistert und wollten sofort wieder zurück in Schmutzfink’s Wohnung ziehen. Plötzlich glühte die Liebe wieder auf und Herzen tanzten durch die Luft. Das war leider das Ende der Sendung. Ich wäre gerne noch Zeuge der anschließenden Feierlichkeiten geworden, wenn die ersten Teller unabgewaschen auf dem Wohnzimmertisch stehen gelassen werden. Am nächsten Tag sind dann die Fliegen wieder da und die Frau packt ihre Koffer erneut.  Wirklich gerne hätte ich das noch gesehen.
Stattdessen kam aber das nächste Programm-Highlight: Eine Altpunkfamilie (Er: Misfits-Shirt, Sie: grüner Iro) hatte Probleme mit ihrem sexbesessenen Bullterrier, der das reudige Beine-Bumsen einfach nicht lassen konnte. Wieder wurde um Hilfe gerufen und eine Tiertrainerin kam um dem Köter zur Besinnung zu bringen. Die Punks mussten dann Tridem fahren und der Terrier (übrigens einer der beliebtesten Hunde in England) nebenherhecheln um sich abzureagieren. Am Ende schnurrte er wie eine Katze. Als danach auch noch eine alte Schrulle mit Dutt und Morgenmantel und Boxhandschuen!!! durchs englische Big Broter Haus sumpfte, war es an der Zeit schreiend in die Nacht zu rennen. Dort war man zwar vor solchen Obskuritäten auch nicht sicher, wie eine Gruppe Rumbarasselmönche bewieß, aber es gab was zu trinken. Und das verleiht allem einen ganz anderen Charme, wie wir ja alle aus vernebelter Erfahrung wissen.
Ich landete in Soho, wo sich Kneipe an Kneipe reihte in den verwinkelten Gassen, durch die sich die Partykarawane in bekanntem Tross bewegte, ziellos und verschenk. Niemand wollte sie haben, nur die Grrrrls konnten sich mit Glück nen bekifften Freier angeln… Nein, eigentlich sind die da alle super und gar nicht trostlos und ich würde sie alle auf mein frisch geföhntes Zimmer lassen. Anyhow, ich landete in Shakespeare’s Head und während ich da also saß und Guiness kippte, trank Shakespeare in meinem Kopf genau das Selbe und durch ein geöffnetes Fenster sah ich wie der Tross seine Bahnen um den Stadtkurs zog und in mir zog sich alles zusammen und ich zog die reißleine und ließ nachfüllen.
Natürlich wurde ich gefragt, ob ich schwul sei, verneine das entschieden fast empört, bin kaum in der Stimmung „mal was Neues auszuprobieren“. Dann kam ein seltsamer Schwarzer, trank mein Bier und wollte geknuddelt werden. Ich hatte ihn schon wenige Stunden zuvor in einem anderen Stadtgebiet getroffen und er schien sich nicht mehr daran zu erinnern, meint jedoch, er wolle mich später nochmal auschecken. Ich biß mir amüsiert auf die Lippen und machte mich aus dem Staub. Draußen saugte mich die anonyme Masse auf und trieb mich in die nächste Gasse und die nächste Kneipe.

Jul
31

Passend zur Thematique:

Begehrtes Bloggesocks,
wie ein gesichtsloser, dreckverkrusterter Maulwurfkönig sich durch sein zertretenes Tunnelreich schaufelt, grabe ich mich durch die Weltliteratur und abgesehen von fünfundachtzig Jahre alten Vampir-Film gibt es nichts, was mich wegzieht aus der Dunkelheit und dem Schlamassel. Eingegraben im stupiden Schwachsinn kratze ich mit die Pfoten blutig, jetzt wo ich lebendig begraben bin unter tausend Kilo Scheiße, dem ganzen Gewicht einer entrückten Welt, den Maden und Moskitos ausgeliefert. Die Würfel stehen niemals still und die Uhr geht plötzlich verkehrt herum, wenn auch die letzte Flasche entkorkt und zerschellt ist. Rote Tropfen an der Wand, die uns alle trennt. Rigips, wohin man sieht.
Ich ziehe meinen verformten Hut vor all den Poeten und ich erzittere vor Wut und Verzweiflung, ganz wie im Lichtspielhaus, überzogen und theatralisch, weil ich es ihnen nich nachmachen kann, weil ich wie Graf Orlok meinen Sark durch historisch Altstädte schleppe und abends vermummt und sehnsüchtig in die Nacht starre, zu dem Lockenkopf da drüben, zu dem Schokoriegel da oben, zu dem Sternenstaub, der uns einhüllt, zu den Schwingen der alles einhüllenden Trauerschwäne, zu dem wiederlichen Schlaflied der Politiker, welches durch die Dunkelheit wabbert, wie tötlicher Giftnebel. Es kommt mir hoch, in den Kopf, aus den Augen aus dem Sinn, wenn die Lichter in der Distanz kolarbieren, wenn die Nacht mir ins Ohr flüstert, das sie mich nie verlassen wird, dass wir für einander bestimmt sind und mir einen klobigen, aber wunderschönen Ring an den Ringfinger steckt.
Ich entziffere die Inschrift und es steht nichts weiter da als „Greif zu“
Meine Hand fährt also in die Biscotto Gebäckmischung und der Geschmack einer teuflichen Vanillewaffel zerreißt mir die Sinne für eine schmerzgefüllte Sekunde. Das Einzige, was noch schlimmer ist, ist die Kekssorte mit der Marmeladengrube in der Mitte. Auch die ist in der Mischung enthalten und mir bleibt nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass ich mit dem nächsten Griff nicht gerade diese Sorte erwische. An diesen Gedanken klammere ich mich und vielleicht daran, dass irgendwo in einem düsteren Teil einer anderen Stadt, jemand genau den gleichen Gedanken hat nach einem harten Tag voller Sargschlepperei und Rigips.

Jul
26

Jaja, ich weiß, ich sollte mich viel mehr um dieses Blog kümmern, die Fische füttern und nicht ständig alles vergeßen und viel mehr charmantes und humorvolles Zeug von mir geben in passenden und nicht so passenden Momenten…

Aber die Zeit eilt und wieder ist ein Jahr vorbeigetrottet und die rote Sonne geht auch für die Gescheiterten unter. Nach dem Londontrip, der bei günstiger Gelegenheit hier auch noch zu besprechen sein wird, bin ich jetzt auch gleich wieder weg und hab keine Zeit Tolle Videos und Bands zu posten… Die Binnengewässer und Festivalgeländen warten auf meinen mit Rotwein ausgespülten Leib. Ein neuer Sturz in leere Gräber und endlich wieder ein Tomte-Konzert… Omas Teich, ich komme…

Jul
26

The Rakes scheinen ja doch noch halbwegs populär (was für ein schönes Wort) zu werden. Zumindest sah ich dieses Video im Komfort einer Ledercouch in der Fastfoodfilliale meins Vertrauens und freute mich und trank verbittert Kaffee, den ich in der Tat kurz vorher gekauft hatte, nachdem es noch keine Shakes gab zu früher Morgenstunde. Da kann man mal sehen, wie mich das Vermögensberaterbuisness verdirbt. Jetzt wird schon Kaffe gekauft und bald macht man sich morgens noch selber welchen, frühstückt anständig und startet gut erholt und womöglich gar gut gelaunt in den Tag, winkt den verdammten Nachbarn freundlich zu und meint das nicht etwa ironisch und hält sich sogar an die Geschwindigkeitsbegrenzungen in den verlorenen Ortschaften der Hildesheimer Börde. Wenig später zerfällt man zu Staub und fliegt seinen Feinden in die Nase, damit die ganz fürchterlich niesen müssen. Ihr wisst ja wie das läuft. Auf dem Dach tanzen ist dann auch nicht mehr drin, wobei ich das ja auch meines Wissens nach so oder so noch nicht gemacht habe. Auf Dächern gegrillt und gesoffen und von Dächern gesprungen sehr wohl, aber getanzt noch nicht. Das sollte man wirklich mal nachholen…

Jul
04

Eine kleine Leinwand hängt vor meiner Strin. Ich gucke drauf, denn sonst ist nicht viel los und es wird ein seltsamer, konfuser Kurzfilm gezeigt, der einige mir bekannte Personen zeigt, die sich selbst aber eigentlich nie über den Weg gelaufen sein sollten. In dieser Sequenz stehen sie in einem Jugendherbergszimmer, wie ich es aus Bundaberg kenne und sie führen einen absurden Dialog über mich. Dieser Homo, den ich so gar nicht abkann, fragt dieses Mädchen, dass ich sehr gut abkan, was aber hauptsächlich an ihren tollen Haaren liegt, ob sie schon mal meine Eier gesehen hat. Dann lacht dieser Mistkerl, ganz so wie er das in Wirklichkeit auch tut. Ich finde diesen Dialog in dieser Sekunde durchaus sinnig und realistisch und denke, dass dieser Bildschirm mir wohl Sequenzen aus meiner eigenen Zukunft vorspielen muss… Der Film endet nach dieser Einstellung. Es erscheint ein Logo und es piept, als es in der Mitte der Leinwand eingeblendet wird. „Cimeplex“ steht da. Das kündigt die nächste Sequenz an. Es geht wieder um dieses Mädchen. Ich freue mich. Sie sieht toll aus, vor allem die Haare, aber auch der Arsch. Dann das Logo, das Piepen, die nächste Sequenz: Jetzt läuft Family Guy. Brian und Peter Griffith tun irgendetwas. Ich weiß nicht mehr was. dann verwandeln sich beide in A-Hörnchen und B-Hörnchen. Das finde ich jetzt seltsam. Ich bewerte jeden Fim bewusst, obgleich ich nicht bei Sinnen sein kann. Ich denke nicht klar. Ich denke wirr, berücksichtige nicht alle Aspekte und erst recht keine Warhrscheinlichkeiten. Ich frage mich zu keiner Zeit, was gespielt wird. Es kommen jetzt keine Filme mehr, aber die Leinwand ist noch immer da. Ich konzentriere meine Gedanken auf ein Thema: Eichhörnchen. Auf der Leinwand erscheint ein Film, der Eichhörnchen zeigt, wie sie in einem Stadtpark Bäume hinaufsausen und in ihrem Kobel zwischen den Ästen in der Baumkrone verschwinden. Ich zappe via gedanklicher Themenwechsel durchs Programm. Ich bin der Boss meines eigenen Fernsehsenders. Ich finde das gut.
Dann merke ich wie ein Energieschwall durch meinen Körper zuckt. Ich hab ganz vergessen, dass ich überhaupt noch einen Körper habe. Es gab nur die Filme und die Gedanken. Ich habe mich seit Minuten nicht mehr bewegt, weiß aber eigentlich gar nicht mehr genau wie lange. Die Zeit ist ausgeknipst. Sie existiert nicht mehr in diesem Bewusstseinsstadium. Der Engerieschwall wird stärker. Ich spüre, wie die Energie aus meinem Körper dringen will, sich lösen will von der Schale, der sterblichen Hülle. Ich weiß schon so ungefähr, was da mit mir passiert. Ich hatte mich mit Astralteisen bereits beschäftigt. Ich blocke es aber erstmals nicht ab denn ich habe keinerlei Angst, fühle mich sicher und gut. Irgendwie „bereit“ zum ersten Mal. Mein Herz rast nicht und mein Verstand auch nicht. Ich bin weichgekaut und lasse der Energie die Oberhand. Sie ist warm und fühlt sich gut an. Dann ist es aber plötzlich vorbei. Mist, denke ich, das hat wohl nicht geklappt.
Dann stehe ich auf.  Dabei bewege ich mich seltsam unkoordiniert und unausgeglichen. Ich hab das Bedürfnis ins Bad zu kommen. Will mir wohl unter den Wasserhahn hängen. Ich stehe vor der Zimmertür des Gästezimmers, in dem ich nächtige. Sie ist einen Spalt offen. Ich will mich durchdrücken, bleibe aber einige Male hängen. Ich stoße gegen die das Holz und pralle zurück. Allerdings empfinde ich keinen Schmerz. Es ist bloß ein kleiner Wiederstand. Beim dritten Versuch bin ich durch. Im nächsten Moment stehe ich vor dem Spiegel im Badezimmer. Ich drücke den Kippschalter, der die Schrankbeleuchtung in Gang bringen soll. Nichts passiert. Ich versuche es erneut. Es bleibt dunkel, trotzem kann ich aber alles sehen eigentlich. Ich versuche den Schalter für die Decklampe. Ich drücke drauf, aber nichts geschieht. Ich stehe verdattert vor dem Spiegel und wundere mich, wieso die Beleuchtung nicht funktioniert. Im Spiegel sehe ich mein Gesicht. Es sieht hohl und leer, dunkel und kalt aus. Aber eigentlich ganz gut, paar Jahre älter. hohlwangiger, souveräner. Es gibt keinen Zweifel, dass ich es bin. Ich merke aber, dass etwas nicht stimmt. Mir kommt zwar nicht der Gedanke, dass ich mich auf einer Astralreise befinde, aber ich merke, dass ich die Realität verändern kann, wenn man das so ausdrücken will. ich blende mein Gesicht aus, verpflanze einen klassischen Totenkopf an dessen Stelle. Es klappt, aber beunruhigt mich. Ich hole mir mein Gesicht zurück, kehre dann auf den Flur zurück. Getrunken habe ich nichts. Ich merke, dass  Ich überhaupt keinen keinen Boden unter mir spüre und probiere prompt, ob ich fliegen kann. Es geht. Ich brauche keinen Bodenkontakt mehr und ich schwebe zurück ins Bett. Die Tür ist dabei kein Wiederstand mehr. Zurück im Bett wird dann alles wieder klar. Ich bin jetzt wieder voll da. Jetzt erst merke ich, wie alles wieder Form annimmt. Ich merke, dass ich mich die ganze Zeit über in einem rauschigen Zustand befunden habe, in dem sich alles so angefühl hat, als wäre ich in Watte eingewickelt gewesen, als ob mir nichts geschehen könne und ich manche Dinge ganz genau, andere dafür gar nicht gespürt habe. Das merke ich aber erst jetzt, wo ich wieder ganz da und Herr meiner Sinne bin. Meine Wahrnehmung ist wieder ganz da. Ich hab keine Panik und auch keine Aufregung. Alles kommt mir seltsam, aber keineswegs erschreckend vor. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall im Bad gewesen sein muss. Es kann keineswegs ein Traum gewesen sein. Die Sache war zu echt für einen Traum, die Abläufe zu logisch, die Sache zu real. Andererseits kann mein physischer Körper nicht mitgekommen sein. Ich habe noch die I-Pod-Kopfhöhrer in den Ohren, die die ich ganz sicher nicht rausgenommen und dann wieder reingetan habe. Das Gerät selbst hat sich ausgeschaltet. Das Explosions-In-The-Sky-Album ist längst schon durchgelaufen, noch bevor auf der Leinwand, die jetzt verschwuden ist, anfing Programm zu laufen. Der I-Pod liegt nach wie vor unter dem Kopfkissen, die Kopfhörer stecken in der Buchse. Ich werde ihn auch nicht mitgeschleppt haben. Ich stehe auf. Diesmal wirklich. Die Tür ist gar nicht mehr geöffnet, war es in Wirklichkeit wohl auch zu keinem Zeitpunkt. Warum sollte ich die auch auflassen vor dem Schlafengehen? Im Bad drücke ich den Kippschalter. Das Licht geht sofort an. Auch die Deckenbeleuchtung funktioniert. Ich bin jetzt doch ein bisschen euphorisch. Hammer, meine erste Astralreise. Ich konnte Fliegen und war ein Skelettmann. Der Zauber ist aber jetzt verschwunden, die Scheibe nicht beschlagen, die Watte ausgewickelt. Fliegen geht auch nicht mehr. Ich hab meinen Körper zurück Ich hole mir ein Blatt Papier und notiere, was ich noch weiß. Der Rest der Nacht verläuft normal. Ich schlafe bis in die frühen Morgenstunden und dann ins Büro.

Jul
04

Ich sollte auf keinen Fall mit dem falschen Fuß austehen. Der erste Schritt des Tages muss ganz besonders wohl überlegt sein. Da entschedet sich Niedergang oder Triuphfahrt. Sprichwörter sind wie Kinder. Sie lügen nicht.  Wobei ich mal ein Sprichwort kannte, das mich eisklat belogen und hintergangen hat. Es heiß „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“. Zu dem hab ich aber heute glücklicher Weise keinen Kontakt mehr und damit ergbit alles nicht den geringsten Sinn.
Was wohl passiert, wenn ich mit dem falschen Fuß aufstehe? Sicher, die furchbarsten Dinge. Es wird damit losgehen, dass ich erstmal die Treppen runterfalle. Sobald ich vom Friseur wieder da bin, wird die Festplatte explodieren, weil so viel verwerfliches Material dort abgelegt ist. All meine Musik, Texte und Zuprost-photos ausgeraucht. Aus den Trümmern der Datenruinen kann nach ernormer Anstrengung und tagelanger Suche mit modernstem Gerät und knuffigen Spürhunden noch ein halbes Mando-Diao-Album geborgen werden. Vom Rest ist nichts mehr übrig.
Oder es könnte jemand sterben. Es ist schon verflucht lange niemand mehr gestorben. Wenn ich das heute mit dem Aufstehen nicht auf Reihe kriege, wird es sicher wieder soweit sein. Ach du meine Güte, an meinen wie immer blutigen Füßen klebt jetzt auch noch fremdes Blut und dann krieg ich Aids oder die Franzosenkrankheit. Ach ne, dafür muss ich erst noch pimpern. Ich sollte also besser liegen bleiben, wo die Gafahr in eine Sexfalle zu tapern eher gernig ist. Andererseits hätte ich gerne, wirklich verdammt gerne jetzt ein Brötchen. Ein frisches, knackiges. Der Bäcker hat expandiert heute. Es gibt am neuen Standort ein Kuchenglücksrad. Da muss ich hin, koste es was es wolle. Vielleicht stirbt ja jemand, den ich überhaupt nicht gerne mag. Wie wär’s mit Tante Magda. Allerdings weiß ich überhaupt nicht, ob ich die gerne mag, weil ich gar nicht weiß, wie sie aussieht und wer sie eigentlich ist. Ich höre nur andauernd ihren Namen. Das lässt darauf schließen, dass ich irgendeine verwandschaftliche Beziehung mit ihr habe und ich daher ihren Tod zu betrauern habe. Womöglich müsste ich mir für die Beerdigung einen zweiten Anzug kaufen. Vielleicht ist Tanta Magda aber auch schon längt von uns gegangen. Dann könnte sie natürlich kein zweits Mal sterben, außer sie wandelt als Zombie durch Söhlde. Dann würde ich mich aber bestimmt an sie erinnern. Die Sache ist recht unwahrscheinlich.
Deshalb könnte stattdessen Tante Ursel meinetwegen dahinscheiden. Da weiß ich wenigstens, wer das ist. Die Frau von Onkel Willi, dem Kaninchenonkel. Früher hab ich da immer Salat hingebracht (für die Kanickel, nicht für Tante Ursel und Onkel Willi) und einmal auch ein totes Kaninchen abgeholt, mit dem ich dann durch Wolfenbüttel gebraust bin und mich ganz furchtbar verfahren hab. Das war einer der wirklich seltsamen Momente: Mit meinem schrottreifen Golf und einem toten, blutigen, stinkenden Kanickel, das halb aus einer Rewe-Tüte lukt durch Wolfenbüttel…
Inzwischen gibt es aber keine Kaninchen mehr. Ich weiß nicht, was pasiert ist, aber es gibt eigentlich nur eine logische Erklärung:
Eines Nachts verspürte Onkel Willi einen gräßlichen Nachthunger. Er stand auf und schlürfte in die Küche hinunter. Als er den Kühlschrank öffnete, fand er dort nichts, außer Salatköpfen für die Kaninchen und schimmeligem Käse und darauf hatte er nun wirklich überhaupt keinen Hunger. Er verfluchte seine Frau Ursel dafür. Sie hatte den Hauhalt nicht mehr im Griff. Er würde morgen seine sauberste Hose und seine coolse Strickjacke anziehen und sich im Pascha ein neues Mädchen suchen. „Jungfleisch“, dachte er und as versträrkte seinen Hunger nur noch mehr. Daher schlich er sich in den Stall. Die Kanickel – es waren ungefähr 50 Stück, darunter auch Kinder, die niemals in ihrem Leben gelogen hatten – kauerten sich in die hinterste Ecke ihres Verließes. Sie zitterten und hatten panische Angst. Onkel Willi packt sich den ersten Hoppler und riß ihm eins der Beine aus. Er war hungrig und hat keine Zeit zum Häuten oder zum braten. Er schlang einfach alles hinunter, Tier für Tier. Die Knochen spuckte er auf einen Haufen. Er hatte gehört, dass man mit Hasenkrochen und Hagebutte einen Zaubertrank aufsetzen konnte, der Unsterblichkeit verlieh, ein Aphrodisiakum war und obendrein noch Haarausfall stoppte und die Franzosenkrankheit heilen konnte. Das wollte er morgen mal ausprobieren. Die Freßorgie dauerte eine halbe Stunde. Dann war von der einst florierenden Kaninchenzucht nicht ein einziges Tier übrig, nur noch ein Berg dünnen Knochen. Onkel Willi mischte sich den Mund mit dem Ärmel seiner Strickjacke ab und kletterte zurück zu Ursel ins Bett. „Wo bist du gewesen?“, fragte diese im Halbschlaf und kuschelte sich an ihren Gatten. Sie liebte ihn noch immer sehr, auch wenn die Aluminumhochzeit bald schon anstand. „Einen Happen essen.“, sagte Willi, „Nur einen Happen essen“.

Plötzlich klingelte das Telefon und riss mich aus meinen Gedanken. Ich sprang aus dem Bett, achtete dabei nicht darauf, mit welchem Fuß ich aufstand, war mir aber sofort sicher, dass es der falsche war. Das Telefon lag im Erdgeschoss. Auf dem Weg dahin fiel ich die Treppe hinunter und dann auch nochmal hinauf, Meine Füße bluteten, als ich das Telefon erreichte. Aber es war zu spät. Der Anrufer war ungeduldig und hatte schon wieder aufgelegt. Naja, wenns wichtig ist, wird der schon zurückrufen, dachte ich und kaufte erstmal Brötchen. Beim Kuchenglücksrad gewann ich bloß einen Trostpreis. Es handelte sich um eine kleine Trillerpfeife aus Plastik. Die wollte ich mit nach Hause nehmen und Sie meinem Mädchen irgendwann zur Gnadenhochzeit schenken. Es ist ja wirklich drollig, dass es nach 60 Jahren Ehe und der Diamantenen Hochzeit nur noch ganz fürchterliche Jubiläen zu feiern gibt: Eiserne Hochzeit, Steinernen Hochzeit und Gnadenhochzeit… Nach 75 Ehejahren gibt’s dann allerdings nochmal Krojuwelen fürs Duchhalten der harten Stein- und Eisenzeit. Ich bließ anständig in die Pfeife und die Leute guckten schon und das gar nicht mal so freundlich.
Zu Hause klingelte das Telefon schon wieder. Diesmal erreichte ich es rechtzeitig. „Hallo, ich mache eine Umfrage für Funk und Fernsehen. Ich würde gerne von ihnen wissen, ob Kurzgeschichten unbedingt ein richtuges Ende haben müssen!“ „Nein“, antworete ich, „nicht unbedingt.“

Jul
01

Wenn das nicht toll ist, dann weiß ich auch nicht: Nochmal Österreich, diesmal Kreisky (ja genau wie der Ösi-Kanzler) mit ihrem Debut in meinem Blog und ihrem Debut in den gut sortierten Plattenläden nicht nur der Alpenrepublik, sondern auch dem zusammengeschusterten großen Nachbarn, bei dem der Kleister in der dreckigen Vissage noch immer kaum zusammenhält, was zusammengehört…

Jetzt aber zu etwas völlig anderem:

Alles bricht zusammen. Nichts mehr funktioniert. Der Rhythmus ist raus, der Beat verstummt, der Kaffee kocht nicht und das Essen wird nicht warm. Es schmeckt nach Untergang und nach getrocknetem Blut. Ich lebe in einem Schrottplatz und ich versickere im Muff von Rost und Glorie.
Die Balken über meinem Kopf knacken, stöhnen und ächtsen, als ob sie die Masse, die auf ihnen lastet, nicht mehr stemmen können, aber noch zu stabil sind, um alles einfach fallen zu lassen. Der große Bruch steht dennoch dicht bevor. Ich hab so ein ganz bestimmtes Kneifen in meinen Kalkknochen. Entweder die Trauerschnäpper kehren aus Kamerun zurück oder das Ende stand dicht bevor, vielleicht sogar schon hinter mir. Es hält mir die Hände, die in schwarzen Handschuhen stecken, vor die tränenden Augen und fragt: „Na, wer bin ich wohl?“ „Die Trauerschnäpper aus Kamerun wohl eher nicht. Die können ja nicht sprechen, bloß zwitschern und singen. Das klingt ungefähr so: Wu-Ti-Wu-Ti…“, entgegne ich mürbe.
Es war eines dieser Matche gewesen, die meine Fuße verblast, aber meine Gedankengänge gereinigt hatten. Natülich hatte natürlich verloren, so wie ich es immer tat, weil zu viel Muskelmasse im Spiel war, an der ich mich nicht vorbeidrücken konnte. Ich stolperte und dribbelte, aber wohin ich auch rannte, stand schone ein massiger Körper im Weg, der mir die Beine oder den Ball unter dem Körper wegzog. Es blieb mir für gewöhnlich nichts weiter übrig, als auf dem Boden liegend zuzusehen, wie mein Tornetz sich wölbte und meine Siegchancen schwanden.
Anschließend wollte ich eigentlich duschen, mir Schweiß, Adrenalin und ein großs Stück Rasen von den Schultern spülen. Das gestaltete sich allerdings auch nicht so einfach. Meine Mutter erzählte mir, der Duschkopf sei abgebrochen. „Ach du meine Güte.“, entgegnete ich zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig belustigt. „Das ist aber überhaupt kein Problem. Man kann auch so noch duschen.“
„Erzähl dass bloß nicht weiter. Das wäre der Ruin für alle Duschkopffabrikanten, wenn das rauskommt.“, murmelte ich und verzog mich unter die Dusche.
Engegen der erwartungsgemäß schhwachsinnigen Ausage meiner Mutter konnte man so überhaupt nicht duschen. Man hatte es dabei nämlich mit einem furiosen, kaum kontrollierbaren Wasserstrahl zu tun, der in alle Richtungen ausschlagen konnte und nicht nur mich, sondern auch alles, was sonst so im Bad herumstand ordentlich abspülte. Ich fluchte genauso genussvoll wie laustark und verbrachte Stunden damit mit Hilfe eines Termitenbenagten Schrubbers und eines Lappens aus Mibenkot alles wieder trocken zu wischen. Ich war schon immer ganz schlecht im Trockenwischen gewesen, obgelich das ja unter die Kategrie jener Fähigkeiten fällt, die man eigentlich ständig anwenden muss und die im täglichen Leben auch tatsächlich von unsagbarem Nutzen ist. Anders als beispielsweise das Errichten des weltgrößen Kartenhauses oder das Jonglieren mir brennenden Versicherungspolicen. Das sind nichts weiter als Angeber-Fertigkeiten. Da mach ich lieber mein Feudel-Diplom in – jetzt komm’s – Feucht (hahahaha), vor allem weil ich es ja einfach nicht lassen kann in den unpassendsten Situationen Flüssigkeiten (damit sind diesmal nicht nur Körperflüssigkeiten gemeint… Hab ich schon mal die Geschichte mir der Urinprobe erzählt?) zu verschütten. Wie mir geht es aber auch vielen anderen. Flüssigkeiten verschütten gehört zu den populärsten Ungeschicklichkeiten für all die Leute ohne Körpergefühl, in deren krumme Kette ich mich an dieser Stelle gerne einreihen will. Allen Gleichgepolten werden stürmisch die Hände geschüttelt, als seien es alte Bekannte oder seit Jahre verschollene Geschwister, die nun doch wieder aufgetaucht sind, nachdem die Hoffung schließlich doch begraben war. Ja, ich bin ein überschwänglicher Tölpel und meine beiden linken Hände klatschen unrhymtmisch den Takt der Taktlosen. Mehrmals wöchentlich kommt es zur Umschüttung eigentlich kostbarer Getränke. Mein Favorit diesbezüglich ist mein neues eigenständig zum Kultgesöff staubtrockener Sommer und Kehlen gekröntes Erfrischungsgetränk Trendy Eistee  aus dem Plus-Markt. Dabei handelt es sich um ein scheusslich verpackte und abarttig benannten Brause, die allerdings sehr passabel mundet, wenn erst mal der Schock über die billige Aufmachung in Resignation und missmutige Akziptanz umgewandelt wurde. Dennoch neigt die Flasche aufgrund ihrer angebastelten Hässlichkeit besonders dazu, unachtsam mit Ellenbogen oder Handrücken vom Pokertisch oder Billiardtable gepinselt zu werden, auf dass die erfreulich pilsähnliche Brause Hundepisse gleich übers Pakett flutet. Sofort werden Hände über den wirren Köpfen zusammengeschlagen und Mädchen schwächeren Gemütes sinken ihren Begleitern ohnmächtig in die Arme. Diehenigen, die keine Begleiter abbekommen haben, fallen nach hinten um und schlagen sich den Kopf an der Heizung auf.
Dies ist sicher schon oft passiert. Vor allem Grundschullehrer erzählen diese Schauergeschichte gerne und voller Inbrunst, um den unerzogenen, fehlgeleiteten Kippelkindern, die auch Träger des bösen Gens und auffallend tiefsitzender Hiphophosen sind vor sozialem Schräghang zu bewahren und die Krawallknaben zurück aufs Fudament guter Erziehung und ungebrochener Genicke zu holen. Selten allerdings konnte die reich verziehrte und bluttriefende Schädelmatsche die holhbirnigen „Live Fast die Young-Jungsspunde“ auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Die Androhung von Extraaufgaben schaffte dies aber sehr wohl. Ohne Wiederworte wippten 5 Stühle simultan nach vorne und selbst die Kaugummis wurden ausgespuckt und unter der beschmierten Tischplatte festgepatscht. Niemand wollte Extraaufgaben. Am Nachmittag sollte eine Wasserbombenschlacht stattfinden, die niemand verpassen wollte. Es ging nicht um Leben und Tod es ging um mehr als das. An dieser Stelle kann ich es ja verraten. Die Sache ist verjährt und die Kaugummis vertrocknet: Ich war eines von diesen grässlichen, unerzogenen Kippelkindern. Aber mittlerweile habe ich mit der Szene nichts mehr zu tun. Ich habe alle Kontakte gekippt. Es war nicht einfach da auszusteigen. Die Bedrohungen udn Anfeindungen waren enorm. Noch heute stehen gelegentlich Menschen mit Wassermoben und Holzschwertern vor der Tür der von mir bewohnten Bruchbude. Und die Polizei tut einfach nichts dagegen. Sie sagen, ich müsste erst körperlich bedroht worden sein, damit sie was unternehmen können.  Und das soll ein Rechtstaat sein. Unrechtsstaat sage ich dazu und ich scheue mich nicht das an dieser Stelle auch in Großbuchstaben zu schreiben: UNRECHTSSTAAT. Da hilft nur ein kühler Kopf und ein Schluck aus der Apfelschorlenpulle, die Mut und vorgefertigte Kraft zurück ins von Furcht ganz aufgeweichte Hirn spült, ganz wie eine Dusche ohne Duschkopf, welche die zerbrochenen Fliesen des Badezimmerbodenbelages überschwemmt..

Jun
26

Solltes es Stammbesucher dieses wenig durchdachten Projektes geben, werden diese am heutigen Tag schockiert festgestellt haben, dass dieser Blog ein neues Design verpasst bekommen hat. Vielleicht sind dem einen oder anderen ja auch  Brötchenbröcken aus dem Mund gefallen beim bloßen Anblick der dunklen Pracht. Ein Spruch so alt, wie meine Internetauftritte: das Fugitive Motel ist zur dunklen Seite übergetreten und da bleibt’s auch. Ist doch alles schick. Der Maßanzug aus Singapur sitzt und wackelt nicht, anders als der Wackeldackel, aber der ist ja auch zum Wackeln da. Hin und Her und so. Ein freundliches Nicken und keim Rumgezicke für 20 Jahre und irgendwann bricht der Kopf ab und dann weiß keiner, wie das passieren konnte… Doch, Plastiktermiten…

Aber das ist jetzt auch wirklich ganz egal. Ich berichte jetzt lieber über einen Traum, den ich heute morgen kurz vor dem zweiten Aufstehen hatte. Ja, ich habe eine freie Woche und das kann nicht oft betont werden, damit alle ganz furchtbar neidisch werden und mich auf der Straße und im Bus grimmig angucken oder auch anspucken. Da hört der Spaß dann aber auch wirklich auf. Anyhow, es war eine Art Fernsehtraum. Alles war von dieser unseglichen Abschlußklassen-Scheiße  inspiriert, die es meins Wissens noch immer auf Viva gibt. Ich hab das seit Jahren nicht gesehen, umso seltsamer dass es mich in meinem Unterbewusstsein wieder packt und durchschüttelt. Das Thema meines Traums war aber kein Schulalltag (woebei mein Schullaltag immer anders aussah, als der in der  Pro7 AK), sondern das Leben und Lieben innerhalb einer MC-Donnald’s-Filliale. Ich selbst habe auch mitgespielt. Ich war gerade gekündigt worden und machte jetzt meine Arbeit nicht mehr besonders motiviert. Das restliche Küchenpersonal kam kaum noch hinterher. Aus irgendwelchen Gründen brut ich auch keine Rinder-Buletten, sondern Salamischeiben. Das half auch nicht wirklich weiter, weil’s gar nicht bestellt worden war und erst recht nicht im Menü stand. Es kristallisierte sich recht schnell heraus, dass ich selbst in den Shows, die von meinem eigenen Hirn produziert wurde, die Idiotenrolle zugewiesen bekommen hatte. Es gab in dem Traum auch ein Liebespaar. Es zündete ein Haus an, vermutlich das vom Fillialleiter, weil er mich gekündigt hatte. Das ist alles, was ich noch weiß… Und es ist alles, was ich jemals wissen wollte…

Heute ist noch mehr passiert… aber ich bin erschöpft und alt… Deshalb jetzt für euch die wunderbaren Tunng und ich hoffe auf eine Fortsetzung heute Nacht…

Jun
25

Folgende Frage wird mit diesem Post endlich beantwortet: Was hat Jesus mit dem Wolfsjungen Victor gemeinsam und was hat Steve Irwin damit zu tun?

Das Thema bescheuerte Pro7-Serien lässt sich noch weiter ausschmücken. Vor einigen Wochen las ich in der Fernsehzeitung, von einer Serie, in der jemand in der Zeit zurückreist und auf seinem Trip ein Video von Jesus aufnimmt, was dann natürlich für gewaltige Aufregung sorgt, nachdem der Epochentourist  aus der biblishen Zeit wieder zurückkommt und das Video auf der verflucht teuren Heimkinoanlage seinen Arbeitskollegen vorführt. Es werden Chips und Pepsi-Cola gereicht. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob sich das so abgespielt  hat oder ob sich geldgierige Journalisten das Video gekrallt haben oder ob es die Palästinenser waren oder diebische Elstern. Auf jeden Fall gab’s Aufregung. Ich persönlich finde die Tatsache, dass Zeitreisen möglich ist, ja viel interessanter, aber jedem das Seine. Wirklich gesehen hab ich die Sendung nicht. Das würde den Reiz zerstören, der von der kurzen Beschreibung in der Hörzu ausgeht. Der Plot ist so grandios, dass die Umsetung da keinesfalls Schritt halten kann. Da guck ich das lieber im Kopfkino und denk drüber nach, in welcher Situation Jesus wohl gefilmt worden ist. Vielleicht ja beim Holz zersägen. Jesus war ja immerhin Zimemrmann, genauso wie der Wolfsjunge Victor übrigens, der irgendwo im Wald aufwuchs und dann bei einem Forscher wohnte, kaum sprechen konnte (er konnte allerdings Milch sagen auf französich… Das kann nicht jeder!) und allgemein mehr Tier als Mensch war. Der ist auch noch Tischler geworden später. Man stelle sich vor, der Wolfsjunge Victor würde in der Zeit zurückreisen und Jesus wertvolle Hinweise geben, wie man ne anständige Holzbank zusammenhämmert. Ist eigentlich überliefert, wie gut Jesus in seiner eigentlichen Handwerkerberuf war? Vielleicht hatte er ja wie ich auch zwei linke Hände und brachte nie etwas fertig… Und sein Chef fluchte dauernd und haute ihm mit der Peitsche eins über. Dann hätte er ja die Hinweise vom Wolfsjungen Victor gut gebrauchen können. Womöglich haben die beiden auch später noch über Religion geredet und der Wolfsjunge Victor ist in Wahrheit der Messias und Jesus nur ein Halunke, der nicht grade segen konnte. Nein, ich glaube, das geht doch einen Schritt zu weit.

Andererseits hörte ich vor einiger Zeit von einem Film, in dem es auch entfernt um Jesus geht, in dem ein Forscher bei Ausgrabungen durch irgendwelche mir nicht bekannten Zusammenhänge auf sein eigenes Skelett stößt. Das ist noch heißerer Scheiß, als mein kleiner Brainfuck mit Jesus und dem Wolfsjungen. Leider weiß ich über den Film sonst nichts, auch nicht seinen Namen oder ob der Forscher von einer bekannten Hollywoodgröße gespielt wurde. Nichts ist mir bekannt und darüber bin ich doch recht betrübt. Ich glaube kaum, dass jemals etwas lustigeres gefilmt worden ist, als der Fund seines eigenen Skelettes. Da fällt doch die Wirklichkeit wie ein Kartenhaus zusammen, Großartig… Und Jesus auch noch dabei. Hat bestimmt die Kulisse aufegbaut oder so oder läuft mal kurz in Jogginghose durchs Bild, um den Wahnsinn endgültig komplett zu machen…

So, eine Sendung kann ich noch unterbringen und die habe ich tatsächlich gesehen. Auch hier ist ein sportlich junger Typ in der Zeit gereist. Mit 2000 Jahren wollte er sich aber nicht begnügen uns es hat ihn zurück ins Pleistozän verschlagen. Dort wollte er die risigen Meereslebewesen, die es damals in den Weltmeeren gab, erforschen… Das ganze war, wenn ich mich recht erinnere sogar vom BBC produziert worden. Wirklich wissenschaftlich waren die Methoden, die der Forscher anwendete, um mehr über die ahnungslosen Urzeitriesen herauszufinden aber nicht gerade, eher eine Hommage an das Schaffen Steve Irwin’s, der zu diesem Zeitpunkt noch lebte, schienen sie zu sein.  Es wurden Dinge gesagt wie „Ich muss einfach herausfinden, wie stark sein Kiefer ist“. Dann  stürzte sich der junge Mann in die tobende Uhrzeitsee um mit dem 7 Meter langen Knochenhai zu ringen. Diesen Satz sollte man sich eigentich an die Wand hängen oder alternativ auf ein mit Milbenkot bis zum Rand gefülltes Kissen stricken. Wenn man das nicht selber kann, ist es auch keine Schande Muttern um Hilfe zu bitten…

Jun
25

Meine aktuelle musikalische Liebe. Naked Lunch haben in diesem Jahr ihr bisher großartigstes Album herausgebracht, auf dem auch Military of the Heart zu finden ist. Die anderen neun Titel stehen diesem Hit in nichts nach. Alles minimal elektronisch und atmospherisch instrumentiert, klar ausgesprochene, einfache, aber bewegende Philosophie. Auf den Punkt ins Herz und da bleibst und richtet es sich schön ein… Home is where your heart is… Für Naked Lunch ist das Österreich in seiner ganzen Pathospracht. Ich würde ja gerne mal wieder nen richtig netten Österrecher, die ja die besseren Deutschen sind, kennenlernen oder zumindest mit so einem, am besten aus Wien in richtig altmodischem Briefkantakt stehen. Allein dafür würde ich an meiner Handschrift arbeiten und mir ein Tintenfass, was ich ständig im einem cholerischen Anfall durch den Raum werfen würde und eine schöne Feder kaufen. Aber keinen Gänsekiel, das ist wichtig. Für das bisschen Extravaganz solle es schon eine Dodofeder sein. Dodos kann man laut Fernsehzeitung, die ich heute auf Grund eines herrlichen freien Montags mal wieder hervorkramen konnte, heute um 20 Uhr 15 auf Pro 7 sehen, wenn die Viecher plötzlich in einem Restaurant wiederentdeckt werden. Ich wünschte, das würde wirklich mal passieren. Sollte auch einen Dodo-Remix für das Naked Lunch-Video geben „we built this city with our bare hands… We repopulate the Dodo in Austria“ Wobei vielleicht lieber doch nicht…. Eigentlich war das ein ganz gruseliger Vorschlag… Normalerweise sollte das alles sofort wieder durchgestrichen und auf dem schnellsten Weg vergessen werden… So eine Funktion gibt’s by WordPress ja und wenn ich nur mal dazu kommen würde den Erinnerungslöschlaser fertig zu entwickeln, wäre dieser untragbare Kommentar ruckig zuckig weggeratzefummelt. Aber erst wird noch der Kauknochen für den Mensch patentiert… Die ganze Woche frei. Das sollte doch zu schaffen sein…